Las flotantes de los Uros
Die Uros leben bereits seit Generationen auf dem Titicacasee. Als Lebensgrundlage bauen sie kleine Inseln, welche meist eine oder zwei Familien beheimatet. Die Inseln sind aus den Pflanzen im Titicacasee gebaut, eine Art Schilfgewächs, welches eine äusserst robuste Bauweise zulässt. Die Inseln bieten genug Platz für mehr als zehn gemütliche Hütten.
Ursprünglich sollte der Besuch bei den Uros ein Tagesausflug werden. In letzter Minute entschieden Gülay und ich, dass wir über Nacht auf den Inseln blieben wollen. Anlass dazu war ein Hoteleintrag auf Booking.com, welcher auf der Karte einen Punkt direkt im Titicacasee markiert. Ein Hotel mit Strom, WLan, Frühstück und allen wünscheswerten Annehmlickheiten mitten bei den Uros? Wir sollten nicht enttäuscht werden. Aber erst mussten wir uns den Weg vorbei an all den schamlosen Touristenjägern bahnen, welche alle nur darauf warten, dass sie, wie Geier, ein vermeintliches Schnäppchen an einem ahnungslosen Touristen verkaufen können.
Vom Busterminal aus konnten wir gut zu Fuss zur Anlegestelle für den Bootstransfer zu den Uros Inseln laufen. Die grossen Gepäckstücke liessen wir im Depot am Busterminal; ein Entscheid, welchen wir nicht bereuen sollten und auch gerne weiterempfehlen. Es fährt ein Touristenboot in regelmässigen Abständen zu den Uros. Diese Boote sind jedoch eher für Tagesauflügler gedacht, entsprechend mussten wir uns erst aus dem fremdbestimmten Touristenstrom befreien. Wir wurden auf eine kleine Insel gebracht, wo uns „el presidente“ wie er sich selber nannte, erklärte, dass alle glücklichen Touristen jetzt eine Tour für 30 $ bei ihm buchen würden. Die Unzufriedenen würden im Boot auf ihn warten müssen. Da wir eigentlich erst zum Hotel wollten, erklärten wir dem „el presidente“, dass wir jetzt weiter zum Hotel möchten, wie uns das versprochen wurde. El presidente verlor sichtlich das Interesse an uns, womit uns augenblicklich klar wurde, dass wir unser Glück selber in die Hand nehmen mussten. Glücklicherweise half uns der Schiffskapitän. Er rief die Nummer an, welche in der Reservatin für das Hotel angegeben war. Wir mussten 10 Minuten warten, bis uns Felix und Axael mit einem Boot abholen kamen. Sie brachten uns in die Sol y Luna Lodge, eine Insel mit wunderschönen Häusern aus Schilfgewächs. Wir verliebten uns sofort in das Stück Idylle.
Felix lebt hier mit seiner Famile und bietet insgesamt Unterkunft für 12 Gäste an. Die Ruhe und Idylle auf der Insel sucht seinesgleichen. Ein paar Stühle und Sonnenschirme aus Schilf, bietet Gemütlichkeit und erlaubt auch mal ein paar gemütliche Sonnenstunden im Liegestuhl. Die Familie von Felix hat uns herzlich begrüsst. Der kleine Axael war besonders vom Charango beeindruckt und hat uns augenblicklich musikalisch begleitet. Uns wurde eine heimelige Hütte mit Blick aufs Wasser präsentiert. Weil wir von der Reise hungrig waren, baten wir um etwas zu essen und bekamen etwas später leckeren Mais mit Kartoffeln und Poulet vorgelegt. Überhaupt erwies sich die Küche zwar als einfach, doch als lecker und reichhaltig.
In der Sol y Luna Lodge konnten wir richtig abschalten und uns im wahrsten Sinne des Wortes einfach treiben lassen. Die Stimmung und die Atmosphäre ist einzigartig und die Lebensfreude der Uros ist ansteckend. Es war ein tolles und einzigartiges Erlebnis.
1. Die Uros Sol y Luna Lodge bietet Platz für 12 Besucher und die Übernachtung ist ein einzigartiges Erlebnis
2. Gegeben der Umstände ist der Komfort sehr hoch: Bequeme Schlafhütten, Strom, WLan, saubere Toiletten, Aufenthaltsraum und einen Aussichtsturm sind vorhanden.
3. Das Essen ist schmackhaft und auch für ausländische Mägen gut verträglich.
4. Für die Hinreise empfehlt es sich, direkt mit der Familie telefonisch Kontakt aufzunehmen. Die Familie spricht gut englisch.
5. Ein mehrtägiger Aufenthalt ist durchaus zu emfpehlen. Die Lodge kann auch gut als Familie mit Kindern besucht werden.